Opa und das iPad

 

Was is?

Viel is! Aber keine Sorge, egal in welche Rolle ihr euch wieder erkennt – es ist nie zu spät digitale Medien und Apps für sich zu entdecken. Zunächst gilt es aber sich einen Überblick zu verschaffen. Die Anzahl der musikbezogenen Apps, welche in den jeweiligen Online Shops heruntergeladen werden können, ist sehr umfangreich und steigt stetig. Deshalb habe ich versucht die zahlreichen musikbezogenen Apps hinsichtlich ihrer Funktionen in folgende Kategorien einzuteilen.

 

Apps als musikalisches Werkzeug

Als die am meisten genutzten musikalischen Werkzeuge in Form einer App gelten erfahrungsgemäß Metronome und Stimmgeräte. Trotz der durch Werbeanzeigen eingeschränkten Bedienung ist die Qualität der kostenlosen Metronome und Stimmgeräte grundsätzlich sehr gut. Zu dieser Kategorie zähle ich unter anderem aber auch Drumcomputer-Apps, welche oft eine willkommene Abwechslung im Unterricht bringen und den SchülerInnen jede Menge Freude bereiten.

 

Apps zum Komponieren, Organisieren und Bearbeiten von Noten und Playbacks

Diese Kategorie umfasst eine Vielzahl von Apps mit unterschiedlichsten Verwendungsmöglichkeiten. Während sich das Komponieren vor allem auf Grund der Größe der Endgeräte oft als schwierig gestaltet, ist die Organisation von digitalen Noten aktuell ein wesentlicher Arbeitsaufwand vieler Lehrenden. Abgesehen das Notenbücher als App erworben werden können und „angreifbare“ Noten aufs Tablet gebracht werden, gibt es Anwendungen mit denen sich umfangreiche Playbacks für den Unterricht oder für das Üben kreieren lassen. Oder man ladet gleich vorgefertigte Playbacks aus einem der Foren herunter oder teilt seine mit dem Rest der Welt – vorwiegend aber dann doch mit seinen SchülerInnen.

 

Apps zum Aufnehmen, Bearbeiten und Abspielen von Musik

Neben den für den Unterricht durchaus brauchbaren vorinstallierten Aufnahme-Apps am digitalen Endgerät ist eine große Anzahl von Diktiergeräten, welche in der Regel unkompliziert zu bedienen sind, in den verschiedenen Online Stores zu finden. Die hohe Leistungsfähigkeit moderner Smartphones und Tablets ermöglicht mittlerweile Studioproduktionen von bemerkenswerter Qualität. Auf diese Weise können neben dem Produzieren von Musik, dem Erstellen von Loops und Effekten, dem Aufnehmen von mehreren Audiospuren gleichzeitig und der Audiobearbeitung ebenso Videos aufgenommen, abgespielt und bearbeitet werden.

 

Apps für Musiktheorie und Musikgeschichte

Einen weiteren großen Bereich ergeben jene Anwendungen, die zur Vermittlung von theoretischem und geschichtlichem Wissen dienen. Eine besondere Form stellen dabei Apps, welche in Form von Lernspielen aufgebaut sind, dar. Diese Anwendungen sind vielfältig und bieten kreative Ansätze für den Instrumentalunterricht und ermöglichen auch eigene Apps für den Unterricht zu schreiben. Zahlreiche Angebote gibt es im Bereich der Gehörbildungssoftware. Das Hören von Akkorden, Intervallen oder Melodien und das Erfassen von Rhythmen lassen sich dadurch auf unterschiedlichste Weise erlernen. Ebenso gibt es spielerische Übungen im Umgang mit dem Quintenzirkel und diverse Notenerkennungstrainings.

 

Instrumentalspezifische Apps

Apps, die speziell für ein Instrument oder eine Instrumentengruppe entwickelt wurden, beinhalten alle wichtigen Informationen und Anwendungen im Umgang damit. Folgende Angebote sind demnach in einer App zusammengefasst: Grifftabelle, Transpositionshilfen, Metronom, uvm.

 

Apps als eigenständige Musikinstrumente

Bei diesen Apps handelt es sich um Anwendungen am mobilen Endgerät, mit denen mittels einfacher Bedienung Klänge erzeugt werden. Für InstrumentalmusikerInnen sind solche eigenständigen Musikinstrumente weniger interessant. Ich kann aber aus eigenen Erfahrungen im Unterricht berichten, dass solche Anwendung sich einerseits großer Beliebtheit bei SchülerInnen erfreuen und andererseits vielseitig und kreativ eingesetzt werden können.

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Video:
Luca Busch (2012): Opa und das Ipad.- Online im Internet: URL: https://www.youtube.com/watch?v=SmNOfLEbcyY [Stand 2019-01-24]