Blended Learning, BYOD, Digital Natives, Digital Immigrants, usw. sind alles Begriffe an denen man in der derzeitigen Diskussion rund um das Lernen mit digitalen Medien nicht rumkommt. Dieser Blog zeigt nun erstmals konkrete Anwendungsbeispiele aus dem Instrumentalunterricht.

In einem der vorangegangenen Blogs widmete ich mich vor allem den Stimmgeräten und Metronomen und bezeichnete diese als MUST HAVE APPS. Alles gut und recht, aber gibt’s da nicht noch eine Anwendung, die quasi nicht mehr aus dem Unterricht wegzudenken ist?

Richtig!

Das Aufnahmegerät

War es vor 20 Jahren, ach was sag ich, vor 10 Jahren noch schwierig, Audioaufnahmen schnell und unkompliziert zu machen, ist es heute ein wahrer Genuss, kurze Phrasen oder andere Melodien aufzunehmen und diese gleich digital zu Verfügung zu stellen.

Dazu gleich ein erstes konkretes Beispiel aus meinem Saxophongruppenunterricht:

Beispiel 1:

Mercy, Mercy, Mercy von Joe Zawinul ist wohl der bekannteste österreichische Jazzstandard und ein absoluter Ohrwurm. Deshalb ist dieses Musikstück auch äußerst geeignet für meinen Unterricht in Gruppen. Ich habe den ersten Teil so arrangiert, dass 3 Stimmen in unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen miteinander musiziert werden können und es gleich mal cool klingt.

 

Damit meine SchülerInnen die Phrasen auch zu Hause üben können, stelle ich jede Stimme in wiederholter Form digital zu Verfügung. Dazu reicht es, die Aufnahme direkt während der Unterrichtsstunde mit Hilfe der Aufnahme-App am mobilen Endgerät zu machen und diese gleich via WhatsApp oder Mail zu Verfügung zu stellen. So ist es für die Lernenden möglich, zu Hause mit einer anderen Stimme zu üben und/oder seine Stimme genau so zu interpretieren, wie es der Lehrer haben will.

 

Beispiel 2:

Duette – eine willkommene Abwechslung und für viele auch ein echtes Highlight mit seinem Lehrer/seiner Lehrerin gemeinsam etwas zu spielen. Aber geht das zu Hause auch? Jetzt schon. Durch die Aufnahme der jeweils anderen Stimme kann das Duett auch zu Hause (fast) originalgetreu gespielt werden.

Eine weitere Möglichkeit ist, dass die SchülerInnen beide Stimmen lernen, eine Stimme aufnehmen und die jeweils andere „live“ dazuspielen. Aus Erfahrungen weiß ich, dass vor allem das korrekte Aufnehmen einer vermeintlich einfachen Stimme viele vor große Herausforderungen stellt. Daraus ergibt sich aber ein durchaus effektiver Lernerfolg.

 

Beispiel 3:

Einer meiner früheren Lehrer sagte: „Das Aufnahmegerät ist dein bester Lehrer.“ Dem ist eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Jeder weiß, wie ungern man sich selbst beim Musizieren oder vor allem auch beim Sprechen hört. Aber ein Aufnahmegerät eignet sich bestens dazu, sich selbst zu kontrollieren und zu korrigieren. Vor allem kann man sich persönlich ein ehrliches Feedback geben.

 

Aufnahmegeräte in Form von Apps können zwar nicht mit professionellen Geräten mithalten, aber die Qualität reicht für den Unterricht, das Üben und das selbstständige Kontrollieren vollkommen aus. Einzig zum Abspielen und Mitspielen diverser Aufnahmen wird je nach Lautstärke des Instrumentes ein externer Lautsprecher benötigt. Dafür eignen sich am besten transportfähige und kostengünstige Bluetooth Lautsprecher.