Mittlerweile ist es gut ein Jahr her, dass ich meinen ersten Appworkshop für Instrumentallehrer und -lehrerinnen am Kärntner Landesmusikschulwerk gehalten habe. Daraufhin folgten zahlreiche Tagesveranstaltungen, unter anderem auch am JJF Konservatorium in Graz und bei der Militärmusik Oberösterreich. Dort ging es speziell um die Verwendung von Apps und Clouds im Musikverein.

 

Der Workshop bietet die optimale Gelegenheit, neue Impulse für das Üben und Unterrichten zu bekommen. Ähnlich wie in einer Musikschule treffen ja auch in Musikkapellen in diesem Land sogenannte Digital Immigrants (erlernen den Umgang mit neuen Medien) auf Digital Natives (sind mit digitalen Medien aufgewachsen). Und ja, vereinzelt gibt’s auch noch ein paar Digital Outsiders (haben mit Apps und Clouds gar nichts zu tun). So kommt es auch, dass bei meinen Kursen in Sachen „Know How“ unterschiedliche Personengruppen teilnehmen.

Abgesehen davon, dass einfache und grundlegende Kenntnisse im Umgang mit smarten Medien vermittelt und methodische Anwendungen präsentiert werden, haben auch kritische Kommentare und Anregungen Platz zur Diskussion. Und das ist gut so.

Es ist mir vorerst auch wichtig zu bekräftigen, dass ich auch nicht der Meinung bin, digitale Medien sind das Allheilmittel und machen den (Musik-)Unterricht besser. Denn eines ist klar: Schlechter Unterricht wird durch die Verwendung von digitalen Medien nicht besser. (siehe Artikel)

 

Was ich dann mit meinem Workshop erreichen will?

Die Kreativität im Unterricht stärken und die Kommunikationsfähigkeit aller teilnehmenden Personen fördern. Zwei wichtige Fähigkeiten der Gegenwart und vor allem der Zukunft.

In der Diskussion kommen aber noch andere Herausforderungen zur Sprache.  BYOD „Bring Your Own Device“ ist (vorerst) im Bereich der Musikschularbeit gefragt. Aber heißt das wirklich wir Pädagogen und Pädagoginnen müssen unser eigenes Endgerät für den Unterricht verwenden? Wer begleicht eigentlich die Kosten für Apps und Clouds? Gibt es ein eigenes Musikschulsmartphone oder Musikschultablet? Alles Fragen die es seitens der Musikschulleitung zu klären gilt. Gibt’s eine musikschulinterne Lösung oder denkt man flächendeckender und arbeitet mit anderen Musikschulen zusammen?

Kritische Stimmen mancher Teilnehmer und Teilnehmerinnen gibt es auch immer wieder bei der Verwendung der Bewertungs- und Abstimmungsprozesse mit Tools wie Kahoot oder learningapps.org.

Für mich persönlich: Bewertungen im Kunstbereich und da vor allem in der Musik sind schrecklich. Es mag zwar sein, dass viele angehende Musiker und Musikerinnen einen Motivationsschub für die Zukunft bekommen. Aber der Großteil nimmt entweder an keinen Prüfungen teil oder sieht es als lästiges Muss. Musik kann aber viel mehr als bewertet werden – aber das ist ein anderes Thema, deshalb wieder zurück zum Start. Ja, Abstimmungstools gibt es – wir leben in einer Welt, in der man verglichen wird und ja im Sinne der Abwechslung und Kreativität lassen sich solche Möglichkeiten vor allem im Theorieunterricht gut positionieren.

 

Digitale Medien und Blockflöte

Die Blockflöte kämpft durch die Etablierung der Bläserklasse und „Blockflötenkurse“ an Volksschulen immer wieder mal mit geringen Neuanmeldungen. Durch diverse digitale Möglichkeiten gelingt es aber die Blockflöte zunehmend neu zu positionieren. Verschiedene Apps wie zum Beispiel Loopy oder Abetlon Live ermöglichen das Erzeugen von Loops und verschiedenen Soundeffekten. Natürlich braucht es dazu noch das richtige Equipment (Mikrofon, Interface, etc.), aber das Instrument wird wieder „cool“ und dies wirkt sich in weiterer Folge auf steigende Anmeldezahlen aus.

 

Marschbuch vs. Apps

Seit Beginn meiner Blasmusikkarriere vor 20 Jahren gabs für mich immer vor Ausrückungen ein Problem: Wo ist mein Marschbuch? Mittlerweile habe ich es am Handy oder am Tablet und meine gesamten Noten befinden sich in einem „Digitalen Marschbuch“ zusammengefasst auf dem App „Mobile Sheets“ (Android) oder forScore (iOs). Es gab zwar den ein oder anderen skeptischen Blick der MitmusikerInnen, aber mittlerweile steigt deren Neugierde und ich bin mir sicher, bald mehr mit dem Handy an der Marschgabel anzutreffen. Solche und auch andere Tipps gibt es in einem der „abgespeckten“ Workshops für Musikvereine.

 

So, wenn ihr jetzt Lust auf einem der Workshops habt, nehmt einfach hier Kontakt mit mir auf. Es gibt viel zu entdecken in der digitalen Welt – aber man verliert schnell den Überblick. Deshalb präsentiere ich euch verschiedenste Möglichkeiten im Umgang und Verwendung von digitalen Medien in der Musikschule oder im Musikverein. Zusätzlich gibt’s Blended Learning Fallbeispiele für alle Lehrenden und digitale Übemöglichkeiten für MusikerInnen.